Klarträume – Fragen und Antworten

"Lucas, seit wann träumst Du klar und was ist Deine Geschichte?"

Meinen ersten Klartraum hatte ich als 5-Jähriger im Jahr 1990. Ich habe es sporadisch erlernt – wie die meisten Kinder es tun – und konnte mir somit endlich selbst dabei helfen, meine immer wiederkehrenden Albträume zu bewältigen. Dieses förmlich erlösende Ereignis hat mich tief geprägt. Seitdem habe ich für viele Jahre immer wieder sporadisch luzid geträumt und in diesen besonderen Träumen bedeutende Erfahrungen sammeln können.

Seit 2012 beschäftige ich mich mit dem Thema Luzides Träumen noch intensiver, da ich zu dieser Zeit erfahren habe, wie man das Klarträumen effektiv trainieren und verbessern kann.

"Das klingt ja alles ziemlich cool, aber ich träume leider nur ganz selten..."

Die Wissenschaft muss Dir leider widersprechen. Laut dem aktuellen Stand der Traumforschung träumt jeder Mensch immer, solange er nur schläft – es sei denn erleidet unter einer Fehlfunktion des Gehirns.

Der Faktor, der darüber entscheidet, wie häufig und detailliert Du Dich an das Geträumte erinnern kannst, ist die Qualität Deiner Traumerinnerung.

"Ok. Dann erinnere ich mich eben anscheinend nicht so gut an meine Träume. Was kann ich tun?"

Die Traumerinnerung lässt sich gut trainieren! Am besten beginnst Du damit, Deine Träume regelmäßig zu notieren. Es gibt allerdings noch weitaus mehr Möglichkeiten die Erinnerungsfähigkeit zu steigern... Ich berate Dich gerne ausführlich darüber.

"Muss ich spezielle Substanzen einnehmen, um Klarträume haben zu können?"

Nein. Es gibt bisher kein Genuss- oder Rauschmittel, das hilft, luzide Träume zu erzeugen. Die meisten stehen Dir dabei sogar im Weg.

Die wirkungsvollste Methode ist und bleibt das Trainieren Deines Bewusstseins.

"Das klingt ein wenig verrückt. Was kann ich mir darunter vorstellen?"

Das klingt zugegebenermaßen aufs erste Hören eigenartig, dahinter verbirgt sich aber eine einfache Bewusstseins-Übung, die Du tagsüber leicht durchführen kannst: Der sogenannte Realitäts-Test oder Reality-Check.

Dabei stellst Du Dir tagsüber die kritische Frage, ob Du gerade wach bist oder träumst. Damit sich der Test effektiv auf die Häufigkeit der Klarträume auswirkt, sollte man aber noch ein paar weitere Kleinigkeiten beachten. Die Geheimtips bekommst Du im Traum Studio verraten. ;)

Und: Der Realitätscheck ist auch nur eine der vielen Trainings-Methoden.

"Hast Du dabei denn keine Bedenken, Wach und Traum nicht mehr unterscheiden zu können?"

Sicher nicht. Dieses Bewusstseins-Training hilft Dir eher dabei, das alltägliche Geschehen um Dich herum bewusster wahrzunehmen. Die Gefahr, tagsüber nicht mehr zu wissen, ob man gerade wacht oder träumt, besteht nicht.

Dazu gibt es auch schon ein paar wissenschaftliche Untersuchungen...

"Luzide Träume sollen ja angeblich ziemlich anstrengend und somit schädlich für die nächtliche Erholung sein..."

Ärztliche Studien haben das nicht feststellen können.

Bisher bin ich noch niemandem begegnet, der sich für seine Schlafqualität wünscht, in Zukunft lieber weniger Klarträume zu haben. Im Gegenteil, solche schönen Erlebnisse tragen eher dazu bei, Deine Schlafqualität zu verbessern. Andersherum betrachtet: Albträume verschlechtern schließlich auch die Schlafqualität.

Übrigens belegen das auch ärztliche Studien.

"Hmm, ist es nicht schädlich, meine Träume zu beeinflussen? Ich habe ein bisschen Respekt davor..."

Dazu gab es in den vergangenen Jahren auch schon ein paar Untersuchungen. Bei keiner dieser Studien hat sich eine ungesunde Wirkung des Klarträumens herauslesen lassen. Das Gegenteil scheint mal wieder der Fall zu sein: Luzide Träumer zehren über Stunden und sogar Tage von den positiven Effekten eines Klartraums. Sie leben durch diesen Effekt namens "Lucid High" folglich ziemlich "gesund".

Die Chance, im Klartraum etwas bewusst zu verändern, kann sich sehr gut auf Deine Psychohygiene auswirken. Ich erwähne hier nur das Stichwort Albtraumbewältigung...

Und: Wenn Du dann im Traum erkennst, dass Du träumst, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass Du in die Handlung des Traums eingreifen musst. Es reicht auch für viele Erst-Klarträumer schon vollkommen aus, am Traum-Geschehen einfach weiter teilzunehmen – nur mit klarem Bewusstsein.

"Was ist das abgefahrenste, was Dir in einem luziden Traum bisher passiert ist?"

Da gäbe es zu viel zu erzählen. Die einprägendsten Erlebnisse waren aber auf jeden Fall mein erstes bewusstes Einschlafen (für das ich mehrere Wochen üben musste) und das Gespräch mit einer Traumgestalt darüber, dass sie geträumt ist.

Es ist jedes Mal aufs Neue faszinierend, festzustellen wie überraschend und eigenständig Traumfiguren handeln, obwohl ich selbst sie in diesen Momenten erträume.

"Und Du glaubst also, dass Du mir das Luzide Träumen gut beibringen kannst?"

Ich glaube es nicht nur, ich nehme es sogar stark an. Seit 2013 habe ich bereits mehreren Menschen zum ersten Klartraum verhelfen können. Ob jung, alt, männlich, weiblich, mit guter oder schlechter Traumerinnerung, sei es in einem Klartraum-Kurs oder durch ein längeres Gespräch auf einer Grillparty.

Da ich sozusagen mein ganzes Leben lang mit dieser speziellen Art von Träumen vertraut bin, habe ich einen ganz passablen Erfahrungsschatz angesammelt. :)

Traum Studio

Nürnberg – Zirndorf

2017

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